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Weinproduzent Aldo Clerico - ein kleiner Großer des Piemonts

Das Piemont ist eine der landschaftlich reizvollsten Gebiete der Weinwelt. Die Reben eng, die Region hügelig und eher unübersichtlich, das Klima eher kühl, die Lese spät. Perfekte Voraussetzungen für eine der besonders edlen - wenn auch ziemlich komplizierten - Traubensorten, die Nebbiolo. Ihren perfekten Ausdruck findet diese Rebe im Barolo, Inbegriff für besonders edle Rotweine aus Italien. Große Namen sind hier zu Hause, Conterno z. B. oder eben auch Clerico.

Doch nicht alle Träger dieses Namens sind zu Weltklassewinzern geworden. Der Vater von Aldo hat seine Trauben immer bei der örtlichen Genossenschaft abgegeben, der Onkel hingegen, Domenico Clerico, ist einer der bekanntesten Winzer der Region geworden. Vor- oder Nachteil? Für Aldo, einen sehr sympathischen Mittdreißiger, sicherlich ein Vorteil, denn nun kann er sein eigenes „Ding“ aufbauen.

Von den 6 Hektar bester Weinberge, werden heute alle Trauben selber verarbeitet und die Weine auf Flaschen gefüllt. 2004 war der erste Jahrgang, seitdem hat man sich Stück für Stück eine kleine, treue Kundschaft aufgebaut. Nur drei Personen arbeiten hier, der junge Aldo zusammen mit seinem Vater und seiner Mutter, die die gesamte Arbeit in den Weinbergen (nur zur Ernte kommen einige Freunde hinzu) erledigen.

Gute Trauben müsse er ernten, das ist das Credo von diesem piemontesem Jungwinzer, der Keller ist geradezu einfach. Offene Wannen für die Maischegärung, eine Presse, dazu große Holzfässer und ein paar ältere Barriques. „Wer gute Trauben hat, braucht nicht viel Technik, sauber muss es sein, alles überschaubar und leicht zu kontrollieren, dann werden die Weine facettenreich, nachhaltig und tief“, so Aldo Clerico bei meinem letzten Besuch. Recht hat er, die Weine sind perfekt gewebt, haben zwar relativ viel Alkohol, bleiben aber immer in der Balance und kommen vor allem in Kombination mit guter Küche besonders zum Tragen. Lange warten muss man auf die Barolos dieses Hauses zum Glück nicht, denn sie sind sehr früh zugänglich - eine Folge von Aldos schonender Weinbereitung - können aber gut ein Jahrzehnt reifen.

Dieser junge Betrieb ist langfristig ausgelegt, die Kunden sind wenige, die Produktion ist eher klein und dabei sehr fein. Um nicht zu sagen, exklusiv und deshalb so passend für VOM FASS. Die Weine sind wie die Menschen vor Ort: extrem großzügig, elegant und offen.

Wer einmal im Piemont ist, sollte sich einen Besuch bei den Clericos nicht entgehen lassen und eintauchen in diese von außen im ersten Moment etwas altmodische, in Wirklichkeit aber im besten Sinne traditionsbewusste und stolze Kultur und Region, die nicht neuen Trends nacheifert, sondern einen großen Schatz bewahrt: den Barolo.