Gewählte Filter

X
Kategorie

X
Filters

Scotch Whisky

Raster Liste

2 Artikel

Raster Liste

2 Artikel

Schottischer Whisky - Scotch Whisky

Ob Blended, Single Malts oder Grain Whisky - Schottischer Whisky (kurz Scotch) ist nach wie vor voll im Trend und überzeugt Whisky-Fans aus der ganzen Welt. Unter dem Begriff "Scotch Whisky" verbirgt sich all jener Whisky, der in Schottland destilliert wird und für mindestens 3 Jahre in Fässern (den sogenannten "Casks") in Schottland lagert.


Über die Frage, wer den Whisky letzten Endes erfunden hat, streiten sich heute noch die Iren mit ihrem „Irischen Whiskey“ mit den Schotten. Die Wahrheit lässt sich nur schwer finden, doch über dieses Thema hinweg helfen ein paar Gläser des edlen "Wasser des Lebens"- was im Übrigen die Übersetzung des Wortes "Whisky" (aus dem gälischen "uisge-beathe") bedeutet! Da wir gerade beim gälischen Umgangston sind: in Schottland sagt man weder "Cheers" noch "Prost" beim Anstoßen, sondern in alter schottisch-gälischer Manier: "Slainthe-mhath"! Fakt ist aber, dass irischer Whiskey mit "ey" geschrieben wird - z. B. Irish Single Malt

Whiskey. Malt vs Grain:

Es gibt generell 2 Whisky-Sorten: Den MALT Whisky und den GRAIN Whisky.


1.) Gerste (Barley) wird gemälzt und dann weiter zu Whisky verarbeitet. Wie der Name "mälzen" (bzw. aus gemälzter Gerste) bereits schon verrät, entsteht hieraus also der MALT Whisky.


2.) Auch aus Korn (Grain) wird Whisky hergestellt und wie Sie jetzt unschwer erkennen können, lautet der aus Korn produzierte Whisky: GRAIN Whisky.

Scotch Single Malt vs Scotch Blended Malt vs Blended Scotch Whisky

1.) Ein "Single Malt Whisky" ist ein Malt Whisky, der von EINER einzigen Destillerie produziert wird.


2.) Ein "Blended Malt" ist ein Malt Whisky, der eine Cuvée (Verschnitt, Blend) verschiedener Malts aus verschiedenen Whisky-Brennereien ist.


3.) Ein "Blended Scotch Whisky" ist nicht nur ein Blend von verschiedenen schottischen Brennereien, sondern auch ein Blend aus Malt und Grain. Blended Scotch Whisky ist daher von der Namensgebung her sehr generisch: ein Blend aus schottischem Whisky.


Doch was schmeckt nun besser? Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten! Wie auch beim Wein sind Cuvées/Blends keinesfalls schlechter als Weine, die aus einzelnen Rebsorten gemacht werden - im Gegenteil, sie sind meist voller, komplexer und langatmiger. Doch das ist wie immer eine Frage der jeweiligen Philosophie. Sogenannte Kenner würden aufgrund der Einzigartigkeit und der Individualität meist den Single Malt, also aus einer Destillerie kommend, bevorzugen. Blended Whisky dominiert generell aber den Absatzmarkt. Der Markt rund um die Single Malts kam erst in den letzten 10 Jahren so richtig auf.

In Schottland gibt es über 100 aktive produzierende Brennereien. Das mag sich nach viel anhören. Doch reflektiert es eher ein trauriges Bild, wenn man bedenkt, dass es einst an die 250 Whisky-Destillerien gab. Darunter gab und gibt es interessanterweise Destillerien, die ausschließlich Grain Whisky herstellten. Interessant, da "Grain" heute eher eine sekundäre Rolle spielt, dabei aber genau so sehr in der Kultur verankert ist wie der klassische "Malt" Whisky. Die meisten Destillerien gibt es im Übrigen in der Region Speyside!


Aus folgenden schottischen Regionen kann der Scotch entstammen:


- Highlands

- Lowland

- Speyside

- Campbelltown

- Islay

- Islands


Dabei repräsentiert jede Region einen eigenen Stil von Whisky. Zum Beispiel produziert die Insel Islay überwiegend (fast ausschließlich) rauchige, torfige Whiskys, während die Region Lowlands eher bekannt für ihre feinen, eleganten und fruchtigen Whiskys ist (auch irischer Whiskey ist im Übrigen für diesen Stil von Whisky bekannt).


Der Geschmack des Whiskys ist nicht nur von der Region abhängig, sondern wird stark geprägt durch die Reifung in Fässern. Historisch hat man in Schottland immer Fässer benutzt, in denen zuvor Sherry gelagert wurde - die sogenannten Sherry-Casks. Durch die verhältnismäßig sehr geringe Anzahl von verfügbaren Sherry-Fässern suchte man nach Alternativen und fand aus Amerika kommend, Ex-Bourbon-Fässer.


Gerade im Bereich der Fasslagerung hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan. Heute spielt eine Brennerei geradezu mit den Fässern. Trend ist zum Beispiel das sogenannte Cask Finish. Nach der generischen Reifung in Ex-Bourbon- oder Ex-Sherry-Fässern werden die Malts für eine unbestimmte Zeit in anderen Fässern gelagert. Beispiel hierzu sind Portwein-fässer oder sogar Rumfässer.


Gerüchte kursieren immer und gerne rund um das Alter von Whisky. Sprüche wie „je älter ein Whisky, desto dunkler die Farbe in der Flasche“, entsprechen längst nicht mehr der Wahrheit. Auch "Old Whisky is the best Whisky" ist nicht mehr zeitgemäß. Die Farbe und maßgeblich der Geschmack eines Whiskys entsteht durch die Fasslagerung, nicht jedoch durch die Dauer der Lagerung. Ein Sherry-Fass gibt viel mehr Farbe als ein Bourbon-Fass und ein Portwein-Fass gibt generell mehr Farbe als ein Sherry-Fass. Ein Portwein-Fass bringt auch eine schöne Süße und kann so die Weichheit eines älteren Produktes simulieren. Zudem arbeiten viele Brennereien, gerade im Blended Scotch Bereich, mit natürlichem Farbstoff, um eine schöne Reifefarbe zu simulieren. Letzten Endes müssen Sie den Informationen auf dem Etikett der Flasche vertrauen - dem Label. Ein Single Malt ist generell teurer als ein Blended Scotch Whisky. Achten Sie darauf, welches Alter genannt wird und ob dies den Preis rechtfertigt - aber auch darauf, in welchem Fass gelagert wurde und welcher Alkoholgehalt ausgewiesen wird. Einige Whiskys finden Sie nämlich in der sogenannten Cask Strength, also der Alkoholstärke, die direkt aus dem Fass kommt - meist um die 56-60 % vol. Diesen Whisky können Sie mit reinem Wasser selber auf gewünschte Trinkstärke einstellen und ergo haben Sie mehr Whisky in der Flasche!


Schottischer Whisky ist eine Trinkkultur für sich und wie so oft versteht man mehr, wenn man sich einfach durch verschiedene Gebiete und Brennereien „durchtrinkt“. Unsere Empfehlungen: Probieren Sie zu Beginn erst einmal Blended Whiskys aus verschiedenen Regionen, um sich einmal mit den Grundstilen zu beschäftigen. Finden Sie Ihre Lieblingsregion.


Dann wagen Sie sich in dieser Region an eine einzelne Brennerei und deren Single Malt heran. Beginnen Sie, den Single Malt Whisky in verschiedenen Jahrgängen (wenn möglich aus denselben Fassreifungen) zu probieren und versuchen Sie, Unterschiede des Alters zu erkennen. Was macht die Zeit mit dem Single Malt? Wie verändert sich der Geschmack und die Samtigkeit im Single Malt? Jetzt machen Sie dasselbe mit der nächsten Brennerei. Lernen Sie Schluck für Schluck; machen Sie sich Notizen. Welchen Duft erkennen Sie in der Nase? Welchen Geschmack im Mund? Wie lange hält der Single Malt sich im Abgang und was schmecken Sie?


Im nächsten Schritt probieren Sie Single Malt aus verschiedenen Lager-Fässern, (dem Cask Finish) um herauszufinden, welche Nuancen sich aus den jeweiligen Fässern entwickeln. Erkennen Sie Unterschiede des Single Malt Whiskys, der im Rumfass gelagert wurde zu dem Single Malt aus dem Bourbon-Fass? Erschmecken Sie die Süße des Portweins, die durch das Fass in den Single Malt transportiert wurde?


Lehnen Sie sich zurück, nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie - und schon sind Sie Whiskyexperte! :)