Herstellung von Rum

Die Herstellung von Rum beginnt mit der Ernte des Zuckerrohrs. Wenn der Saccharosegehalt dieser Pflanze hoch genug ist, werden die Felder in Brand gesetzt um überflüssiges Blattwerk zu entfernen. Geschnitten wird Zuckerrohr knapp über dem Boden, da hier der Zuckergehalt der Pflanze besonders hoch ist. Die Ernte wird innerhalb von 24 Stunden verarbeitet, indem das Zuckerrohr geschnitten und gepresst wird. Nach dem Extrahieren der lösbaren Zuckeranteile erhält man einen dunklen, zähflüssigen Rückstand - die sogenannte Melasse.

Die Melasse wird nun mit Wasser verdünnt und unter Zugabe von Hefe vergoren. Es folgt die Destillation in sogenannten Pot Stills, in Kupferkesseln, oder in Column Stills, für große Rum-Mengen konzipierten Anlagen. Bei der Herstellung von sogenannten Rhum Agricole wird nicht Melasse vergoren, sondern frisch gepresster Zuckerrohrsirup vergoren und destilliert.

Das klare Destillat wird anschließend durch Reifung veredelt. Diese erfolgt in der Regel in Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Durch die Lagerung im Fass erhält das Destillat über den Austausch mit Luft und Holz Komplexität und Charakter. Die Kellermeister der Destillerien prüfen regelmäßig den Fortschritt der Reifung.

Wenn ein Rum das erwünschte Aroma erreicht hat, wird er entweder direkt abgefüllt, mit anderen Rums vermengt , ein Vorgang, die von sogenannten Master-Blendern durchgeführtwird, oder durch Zugabe mit Wasser auf eine gewünschte Trinkstärke gebracht. Jede Destillerie hat über die Jahrhunderte ihre eigenen Methoden und Traditionen entwickelt, wodurch Rum zu einer der vielfältigsten Spirituosen geworden ist.